Kein schönes Geschenk zum Muttertag

04.05.2011 Kassen sparen auf dem Rücken der Mütter und Kinder.
DHV-Präsident Dr. Gerd Müller erhebt schwere Vorwürfe
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Die Kassen in Deutschland sparen immer drastischer bei Leistungen für Mütter und Kinder. So werden immer weniger Mutter-Kind-Kuren genehmigt. Jede zweite beantragte Kurmaßnahme von Müttern wird abgelehnt. Alle Krankenkassen mit Ausnahme der AOK (2009: 33 Prozent, 2010: 32 Prozent) haben ihre Ablehnungsquote 2010 im Vergleich zum Vorjahr nach der aktuellen Statistik des Müttergenesungswerkes erhöht. Trauriger Spitzenreiter ist mit Abstand die KKH-Allianz mit 62 Prozent, gefolgt von der Barmer (42 Prozent) sowie der TK und der DAK (jeweils 34 Prozent).

„Die Mütter in Deutschland sind das Rückgrat der Gesellschaft und tragen in vielen Fällen eine schwere Last. Nicht umsonst hat der Gesetzgeber bei Vorliegen der medizinischen Gründe die erforderlichen Reha-Leistungen zu Muss-Leistungen erhoben. Die Kassen kommen der gesetzlichen Verpflichtung nicht nach und sparen sich auf dem Rücken der Mütter gesund. Die Frage sollte nicht sein, wer tut am wenigsten, sondern wer gewährt die Leistung am meisten“, so Dr. Gerd Müller.

2010 legten 64 Prozent gegen die Ablehnung des Antrags auf eine Mutter-Kind-Kur Widerspruch ein. 54 Prozent – und damit mehr als die Hälfte – der Widersprüche waren aus wechselnden Gründen erfolgreich. Der Wille des Gesetzgebers werde aufgrund der hohen Ablehnungsquoten und des Vorschiebens von ungerechtfertigten Ablehnungsbegründungen missachtet, führt der DHV-Präsident weiter aus. Der meist aufgeführte Verweis auf die nicht ausgeschöpften ambulanten Maßnahmen wird der Sache nicht gerecht. Diese Praxis widerspricht dem Kur-Prinzip, das als ganzheitliches Konzept gerade auf die Herauslösung der Patienten aus dem Alltag setzt. Dr. Müller gibt zu bedenken, dass sich die krankheitsversursachende Situation der Betroffenen bei Nicht-Genehmigung verfestigt oder gar verschlimmert.

Auch bei Kindern gewähren die Kassen notwendige Reha-Maßnahmen nicht mehr. Die genehmigten Reha-Maßnahmen für Kinder z.B. mit schweren Allergien, Asthma und Adipositas sind gegenüber 2006 um 13 Prozent auf jetzt 31.000 bewilligte Reha-Maßnahmen gekürzt worden.

„Wer bei schwer belasteten Müttern und kranken Kindern die Prävention und Reha kürzt, verstößt als Kasse gegen gesetzliche Vorgaben und zahlt später bei Folgebehandlungen ein Vielfaches“, so DHV-Präsident Gerd Müller. Die Kassen sollten sich nicht bei Müttern und Kindern gesund sparen, so Dr. Müller abschließend.
Pressemeldung mit statistischer Auswertung zum Download: