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Wachstumsmarkt Gesundheit - beste Chancen für Deutschland

Mit heute 4,4 Mio. Beschäftigten und einem Marktvolumen von 291 Mrd. Euro ist die Gesundheitswirtschaft die größte Branche in Deutschland und inzwischen der größte Arbeitgeber. In diesem Sektor werden zwischenzeitlich zehn Prozent des BIP erwirtschaftet. Der Gesundheitsmarkt gilt als Wachstumsmotor für die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts. Neben dem sog. ersten Gesundheitsmarkt der gesetzlichen Gesundheitsversorgung ist der zweite Gesundheitsmarkt der privat finanzierten Leistungen im Gesundheitsbereich eine Zukunfts- und Wachstumsbranche. Heute umfasst dieser Bereich ein geschätztes Marktvolumen von 40 bis 60 Mrd. Euro. In die eigene Gesundheit zu investieren liegt im Trend der heutigen Zeit. In den Kurorten und Heilbädern liegt die Zahl der selbst zahlenden Gäste bereits bei über 80 Prozent. 2008 meldeten die deutschen Kurorte und Heilbäder die Ankunft von über 19,3 Mio. Gästen mit 103 Mio. Übernachtungen.

Perspektivenwechsel notwendig
Das Thema Gesundheit erfährt derzeit einen Perspektivenwechsel. Nachhaltige Lebensformen und Gesundheitsbewusstsein sind elementare Bestandteile der heutigen Lebenseinstellung. Gesundheit, Fitness und Leistungsfähigkeit sind Maßstab für soziale Anerkennung. Nicht nur bei der Jugend zählen ein ausgeprägtes Körperbewusstsein, Selbstbeobachtung und Selbstwahrnehmung. Der Mensch beschäftigt sich immer mehr mit den Risikofaktoren und versucht Krankheiten zu vermeiden. Er arbeitet aktiv an der Verbesserung des eigenen körperlichen, geistigen und seelischen Zustands. Die Balance zwischen Arbeit und Leben wird zum wichtigen Thema unserer heutigen Zeit. 260 Mrd. Euro Ausgaben im ersten Gesundheitsmarkt – soviel kostet heute das Kranksein und der damit zusammenhängende Gesundheitssektor in Deutschland. Wie viele dieser Kosten könnten wir sparen, wenn wir in Gesundheit investieren würden und diesen Perspektivenwechsel vornehmen einer einseitigen Fokussierung auf die Finanzierung der Krankheit und mehr in unsere Gesundheit investieren, in Vorsorge, in Prävention, in Gesundheitsaufklärung und Gesundheitserziehung. Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz von den Schulen, der Medizin, von Unternehmen, Forschung und Staat in Richtung Gesundheit und Wohlbefinden des Einzelnen. Der Gesetzgeber wird nicht umhinkommen, im Rahmen eines Präventionsgesetzes dazu entsprechende Anreize zu setzen. Gesundheit ist das Megathema, leider ist dies in den Parteien noch nicht so bewusst.

Gesundheitsausgaben steigen weiter
Die Ausgaben für Gesundheit werden in den nächsten Jahren nicht nur absolut, sondern auch im Verhältnis zum BIP weiter zunehmen. Ursachen sind zum einen das gestiegene Durchschnittsalter, der medizinisch-technische Fortschritt, aber auch der beängstigende Anstieg der sog. Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Herz-Kreislaufschäden und Diabetes. Vier Mio. Diabetiker, 15 Mio. Allergiker und 35 Mio. Übergewichtige suchen nach Therapien, Hilfen und speziellen Angeboten.

Die 350 Kurorte und Heilbäder in Deutschland werden ihre Infrastruktur als Gesundheitskompetenzzentren an den neuen Bündnissen und Notwendigkeiten orientiert weiterentwickeln. Das ist eine enorme Chance in Deutschland an diesem Wachstumsmarkt Gesundheit teilzuhaben.

Präventionsangebote haben Chancen
Dazu ist es notwendig, dass wir unser Angebot im Präventionsbereich beispielsweise für Allergiker, Diabetiker und Asthmatiker weiterentwickeln. So kann ein Hochgebirgsort wie Oberjoch in Bayern mit seiner herausragenden Luftqualität und Klinikstruktur das deutsche Davos werden. Die deutschen Kurorte und Heilbäder bieten hervorragende Möglichkeiten zur Weiterentwicklung als Gesundheitsregionen. In der Frage der Gesundheitsvorsorge einer eigenfinanzierten Kur und eines modernen Präventionsangebotes steht die Qualität vor dem Preis. Auch im Tourismus schlägt sich dieser neue Gesundheitstrend nieder. Die Nachfrage nach Wellness- und Gesundheitsreisen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Gefragt sind neue Reiseformen und –angebote, die den überreizten Menschen ganzheitlich ansprechen, die gesunde Ernährung, Bewegung, Schönheits- und Körperpflege kombinieren. Unsere Kurorte und Heilbäder müssen mit einer neuen Kur als Synonym für individuell buchbare Leistungen aus den Bereichen Prävention, Wellness und Rehabilitation reagieren. Es müssen auch neue Zielgruppen wie Kinder und Familien, Mehrgenerationenurlauber, Manager, Jugend und sog. Lohas erschlossen werden. Durch diesen neuen Gesundheitstrend ist es möglich, immer mehr Privatzahler und anspruchsvolle Wellnessgäste auch aus dem Ausland nach Deutschland zu locken. Der Deutsche Heilbäderverband und seine Landesverbände haben sich auf diese neue Herausforderung und Chance eingestellt, machen interessante neue Angebote, verbinden die neue Kur mit Kultur, Kunst und Sport, mit Erlebnis und neuen Trends, setzen auf ein verbessertes Marketing und maßgeschneiderte leicht und online-buchbare Pakete.

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